Frauen in Simbabwe - Informationen im Rahmen des Weltgebetstages

Vortrag

Auch in Simbabwe besteht eine große Diskrepanz zwischen Frauenrechten auf dem Papier und ihrer Umsetzung. So ist laut Gesetz jegliche Diskriminierung aufgrund des Geschlechts verboten, doch an der gelebten Realität hat dies kaum etwas geändert. Besonders auf dem Land herrscht weiterhin das Patriarchat, weil Männer dort häufig nur das traditionelle Gewohnheitsrecht gelten lassen. So werden zum Beispiel Frauen nach dem Tod ihres Mannes ihrer Besitztümer beraubt und vertrieben, häusliche Gewalt gilt als "natürliches Recht" von Männern und die Zwangsverheiratung von jungen Mädchen ist weiterhin Usus.

Konflikte als Chance
Hüter der Traditionen sind die traditionellen Chiefs. Sie stehen oft im Zentrum der Konflikte, wenn moderne Einflüsse und alte Traditionen aufeinander prallen. Hier setzt unsere Partnerorganisation Envision Zimbabwe Women’s Trust den Hebel an: Envision weicht den Konflikten nicht aus, sie sieht sie vielmehr als Chance, um Veränderung herbeizuführen und versucht Konflikte gewaltfrei zu lösen.

Alle an einem Tisch
Im Distrikt Murewa, im Osten des Landes, startet Envision nun sein erfolgreiches Programm zur Konfliktbearbeitung. Der Schlüssel des Erfolgs: Envision bringt alle Akteure an einen Tisch. Essentiell ist die Integration der Männer, insbesondere der Chiefs, in die Projektaktivitäten. Moderierte Diskussionen, Workshops zu Frauenrechten und das bewusste Aufgreifen traditioneller Strukturen und deren Weiterentwicklung sind dabei zentrale Elemente. Die Stärkung der Frauen hat stets oberste Priorität. Eine Frau (35 Jahre) aus Hurungwe sagt: Ich hätte gerne früher die Gesetze gekannt. Mein Mann schlägt mich, wie es ihm gerade passt. Das hört jetzt auf. Das nächste Mal zeige ich ihn an. Weil ich jetzt meine Rechte kenne. Ich fühle mich wie aus dem Käfig gelassen. Ich werde für mich selbst eintreten.

Steter Beitrag zur gesellschaftlichen Veränderung
Envision Zimbabwe wurde in Eigeninitiative von einer Gruppe von Frauen gegründet, die der untätigen Regierung nicht länger zusehen, sondern selbst für eine Verbesserung ihrer Lebensbedingungen kämpfen wollten. Sie setzen sich für eine Transformation der Gesellschaft Simbabwes ein, in der Geschlechtergerechtigkeit und Demokratie keine leeren Worte sein sollen. Insbesondere jetzt, da Simbabwe vor den Trümmern der Vergangenheit steht und die Zukunft große Herausforderungen bringt, ist das Engagement für die Stärkung der Frauen wichtiger denn je. Entwicklung braucht beide - Männer wie Frauen - gleichberechtigt.

Referentin:

Maria Prechtl

Datum Fr 06.03.2020, 18.00 Uhr
Ort Blaibach, Pfarrheim
Veranstalter KDFB Miltach /Blaibach
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